Hier könnte mittlerweile ein Schild stehen: „Ein neuer Wald ist entstanden.“ Und er wächst weiter.
Ein Ereignis kann faktisch schon sieben Jahre her sein. Gefühlt sind es aber nur drei. Kennen Sie dieses Empfinden?
Die Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen. Im Amazonasgebiet wüten verheerende Brände. Hunderttausende Menschen gehen in Deutschland für Fridays for Future auf die Straße. Die Grünen erzielen bei der Europawahl mit über 20 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis. Greta Thunberg wird zum Gesicht einer weltweiten Klimabewegung. Und Ende des Jahres tauchen die ersten Meldungen über ein neuartiges Coronavirus auf – ohne dass jemand ahnt, welche Auswirkungen es schon bald auf die ganze Welt haben wird.
Die Menschheit steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Klimawandel, gesellschaftlicher Wandel und globale Krisen rücken stärker ins Bewusstsein. Wissen Sie noch, was Sie 2019 gemacht haben?
Wir wollen Wälder wachsen lassen, wiederbeleben und wandeln
Die vergangenen Jahre haben uns deutlich gezeigt, wie eng Klima, Natur und unser tägliches Leben miteinander verbunden sind. Wir leben in einer Zeit des Wandels. Politische, soziale und gesellschaftliche Entwicklungen beschäftigen uns ebenso wie die Folgen des Klimawandels, die sich durch Extremwetter, Trockenperioden und den Zustand unserer Wälder immer deutlicher zeigen. Umso wichtiger ist es, Zukunft aktiv mitzugestalten – mit konkreten Schritten statt nur guten Absichten.

Deshalb haben wir uns bei bessergrün entschieden, in dem besagten Jahr 2019 einen weiteren Schritt zu gehen und gezielt Mischwälder zu pflanzen. Denn vielfältige Wälder gelten als widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen, bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und können sich besser an die Herausforderungen der Zukunft anpassen. Für uns ist das kein einmaliges Projekt, sondern Teil unseres Verständnisses von Nachhaltigkeit: Verantwortung übernehmen, dort handeln, wo wir Einfluss haben, und gemeinsam einen positiven Beitrag leisten.
Ein Wald, der sich sehen lassen kann
Sieben Jahre sind vergangen, seit wir gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unsere erste Pflanzfläche in Nindorf, eine Gemeinde, die sich im Städtedreieck Neumünster, Rendsburg und Itzehoe befindet, angelegt haben. Was damals als junge Aufforstung begann, entwickelt sich heute Schritt für Schritt zu einem vielfältigen Mischwald.
Schon gewusst? Schleswig-Holstein hat im Vergleich zu anderen Bundesländern den niedrigsten Waldanteil. Bundesweit liegt der Waldanteil laut Bundeswaldinventur bei rund 32 Prozent pro Bundesland, in Schleswig-Holstein dagegen nur bei 11,5 Prozent.
Klare Sache für uns: Das muss sich ändern! Also packten wir 2019 Schaufeln, Gummistiefel und unsere Partner ein und machten uns auf den Weg nach Nindorf. Dort pflanzten wir einen Teil der insgesamt 10.000 Setzlinge. Trotz eisiger Temperaturen war für uns klar: Worten müssen Taten folgen.

Rückkehr nach Nindorf
Das Gründertreffen des bessergrün-Vereins im Juni wurde mit einem Besuch unserer ersten Pflanzfläche in Nindorf verbunden. Die Fläche repräsentiert, wofür wir von bessergrün stehen: Nachhaltigkeit für jeden greifbar, nahbar, sichtbar und lebendig machen und unsere Community Teil davon sein zu lassen – ob 2019 oder heute.
Frederik Waller, der vor sieben Jahren auch schon tatkräftig mit angepackt hat, empfindet das ‚Wiedersehen‘ so: „Es fühlt sich total klasse an. Alles hier war Stoppelfeld – wenn man dann sieht was daraus bis heute geworden ist, das ist toll!“

Auch Henning Bernau erinnert sich zurück: „Damals haben wir gefroren ohne Ende. Jetzt kann man hinter mir sehen, was nach tatsächlich knapp sieben Jahren aus diesen kleinen Pflanzen geworden ist. Und das ist echt, wirklich begeisternd! Aber damals war es einfach nur kalt. Wir werden mit dieser Aktion auch nicht die Welt retten – so ehrlich muss man sein. Aber es gibt ein Beispiel, welches mir immer im Kopf geblieben ist: Aus einem Schmetterlingsschlag kann ein Tsunami werden. Genau so ist es hier auch.“
Unsere Erkenntnis aus Nindorf ist einfach: Es braucht nicht immer die große Revolution. Oft sind es die vielen kleinen Entscheidungen und Schritte, die langfristig den größten Unterschied machen. Genau wie aus einem kleinen Setzling mit der Zeit ein ganzer Wald werden kann.